Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr im Bereich der KI-Funktionalitäten. Alle führenden Plattformen haben ihr Angebot in diesem Bereich deutlich ausgeweitet.
Gartner bewertet im Magic Quadrant regelmäßig die besten Anbieter in verschiedenen Technologiebereichen. Der Gartner Magic Quadrant ist in die Bereiche ‘Challengers’, ‘Leaders’, ‘Niche Players’ und ‘Visionaries’ eingeteilt. Die einzelnen Anbieter bzw. Technologien werden innerhalb des Quadranten anhand der Kriterien ‘Ability to Execute’ und ‘Completeness of Vision’ abgetragen.
Das Feld der Technologien, die dieses Jahr in den ‚Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce Platforms‘ aufgenommen wurden, ist 2026 von 19 auf 14 geschrumpft.
Adobe Commerce/Magento ist erneut ein Leader im Magic Quadrant for Digital Commerce. Den Analyst*innen zufolge zielt Adobe mit den jüngsten Releases darauf ab, KI in allen Bereichen der Plattform zu verankern. Das betrifft die Auffindbarkeit in KI-Suchen ebenso wie das Thema Conversational Commerce (dialogbasiertes Einkaufen) oder die KI-gestützte Entwicklung von Landingpages.
Besonders geeignet ist Adobe laut Gartner für mittlere und große Unternehmen. Die Plattform deckt B2B-Geschäftsmodelle ebenso ab wie B2C-Anwendungen.
commercetools wird 2026 zum siebten Mal als Leader im Bereich Digital Commerce eingestuft.
commercetools wird nach Einschätzung von Gartner vorwiegend von großen Unternehmen unterschiedlichster Branchen genutzt. Die Analyst*innen von Gartner sehen insbesondere die Architektur der Plattform von commercetools als Stärke an. Sie folgt dem API-first-Prinzip und besteht aus Microservices, die sich unabhängig voneinander kombinieren lassen. Der Commerce-Kern ist von der KI-Schicht getrennt. Die Verbindung läuft über den MCP-Server und den AI Hub. Unternehmen können so eigene KI-Modelle anbinden, operative Agenten einsetzen und neue Agentic-Commerce-Kanäle erschließen, ohne dass die Commerce-Logik davon beeinflusst wird.
SAP Commerce Cloud wird 2026 zum zwölften Mal als Leader eingestuft. Nach Einschätzung von Gartner nutzen vor allem große, international tätige Unternehmen die Plattform. Ihre größte Stärke sehen die Analyst*innen in der engen Verbindung mit dem ERP. Über SAP S/4HANA werden Bestände, Preise und kundenspezifische Berechtigungen in Echtzeit synchronisiert. Wie schon im Vorjahr betont Gartner die Stärke bei komplexen Geschäftsmodellen: B2B, B2C und B2B2X lassen sich mehrsprachig und in mehreren Währungen aus einer Plattform steuern. Beim Thema Agentic Commerce setzt SAP auf Standards und unterstützt Googles Universal Commerce Protocol (UCP) sowie MCP nativ.
Shopify bzw. Shopify Plus wird auch 2026 als Leader geführt. Laut Gartner setzen vorwiegend mittlere und große Unternehmen die Plattform ein, im Einzel- und Großhandel ebenso wie bei Herstellern mit eigenem Direktvertrieb. Beim Thema Agentic Commerce sehen die Analyst*innen Shopify vorn. Mit den Agentic Storefronts und der Unterstützung des Universal Commerce Protocol (UCP) lassen sich Shops ohne zusätzlichen Entwicklungsaufwand an ChatGPT, Microsoft Copilot, Gemini und Meta anbinden. Im Backend übernimmt der KI-Assistent Sidekick operative Aufgaben. Dazu kommt die wirtschaftliche Stärke: Gartner zufolge wächst Shopify beim Umsatz schneller als die anderen Leader. In der Dimension „Ability to Execute“ erreicht Shopify den höchsten Wert aller bewerteten Anbieter.
Shopware ist 2026 bereits zum siebten Mal im Magic Quadrant vertreten und als einziger Anbieter im Quadranten „Visionaries“ eingestuft. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Shopware in der Dimension „Completeness of Vision“ verbessert. Die Einstufung begründen die Analyst*innen vor allem mit Shopwares Vision für Agentic Commerce. Die Plattform bietet einen eigenen Sales Channel für Agentic Commerce und einen MCP-Server und unterstützt das Universal Commerce Protocol (UCP). Produktdaten lassen sich so direkt an ChatGPT oder Gemini ausspielen. Im B2B punktet Shopware mit einem nativen Portal inklusive Digital Sales Rooms, sodass Videoberatung, Co-Browsing und Angebotsverhandlung ohne Zusatzmodul möglich sind. Für die tägliche Arbeit im Backend gibt es einen integrierten KI-Copiloten.
Spryker wird 2026 als Niche Player geführt, nachdem die Plattform im Vorjahr noch zu den Visionaries zählte. Gartner zufolge setzen mittlere und große B2B-Unternehmen aus Fertigung, Großhandel, Distribution und Bauwirtschaft auf Spryker. Genau dort liegen auch die Stärken, die die Analyst*innen hervorheben. Die modulare Architektur bildet komplexe B2B-Prozesse ab, Marketplace-Module eingeschlossen. Das B2B-Self-Service-Portal mit Asset-Management, Service-Anfragen, Angeboten und Nachbestellungen ist in allen Plänen ohne Aufpreis enthalten. Für Entwicklungsteams bietet Spryker mit dem AI Dev SDK ein KI-Toolkit, das den gesamten Entwicklungszyklus abdeckt.
Quelle: Gartner, Oktober 2026